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Impfstoff Rückruf mit Beigeschmack

von René Graeber


Die Webseite von Nuron Biotech (1) verspricht „Vaccines for better global health“ (Impfstoffe für eine bessere globale Gesundheit), um gleich auf der selben Seite rot umrandet und in roten Lettern einen Warnhinweis auf ihre gar nicht so gesunden Impfstoffe zu geben. Hier ist zu lesen, dass es eine Rückrufaktion gibt für Meningitec®, einem Impfstoff, der bakteriell verursachte Meningitis oder Blutvergiftung bei Kindern bekämpfen soll.

 

Aber nicht nur Nuron Biotech ist von der, wie man sagt, freiwilligen Rückrufaktion betroffen. Es gibt einige Parallelimporteure, wie EurimPharm (2), EMRAmed (3) und KohlPharma (4). Von den drei Importfirmen bringt nur die Firma EurimPharm einen Warnhinweis auf ihrer Homepage und einen wichtigen Sicherheitshinweis auf einer weiterführenden Seite (Rote Hand Brief). Die beiden anderen Firmen ersetzen die Warnhinweise durch aufdringliche Eigenwerbung, in der sich jeder als „Marktführer“ der Branche und der Erfolgreichste in Sachen Produktqualität feiert. Auch so kann man sein Desinteresse an der Gesundheit seiner Kundschaft und das geschäftliche Eigeninteresse zum Ausdruck bringen.

Grund für den Rückruf sind Qualitätsmängel der Impfstoffe. Es wurden Eisenoxid- und/oder andere Metallteilchen in der Injektionssuspension entdeckt, die im Verdacht stehen, schwere systemische und lokale Reaktionen auslösen zu können. Der Herstelle gibt an, dass diese Reaktionen mit den Nebenwirkungen der eigentlichen Impfung identisch sind. Daher ist es schwierig zu beurteilen, ob aufgetretene Nebenwirkungen von der Impfung oder von der Verunreinigung herrühren. Laut Paul-Ehrlich-Institut sind Kleinkinder besonders gefährdet, die weniger als 7 kg wiegen. Bei diesem geringen Gewicht kann schnell das Toxizitätslimit von 10 Milligramm Eisen pro Kilogramm Körpergewicht überschritten werden. Interessant hier ist das Eingeständnis des Herstellers, dass es auch ohne Verunreinigungen zu schweren systemischen und lokalen Nebenwirkungen kommen kann, die den „gesundheitlichen“ Aspekt einer solchen Impfung in ein relativierendes Licht stellen.

Zurück zur Verunreinigung und seinen Folgen: Der Hersteller kann die Ursache und den Zeitpunkt der Kontamination noch nicht mit Bestimmtheit festmachen. Daher geht er davon aus, dass alle Chargen von Meningitec® betroffen sind und ruft somit auch alle Chargen zurück. Auch eine Wiederaufnahme der Auslieferung ist noch nicht in Sicht, da nach der Ermittlung der Ursache entsprechende Vorsichtsmaßnahmen und Veränderungen implementiert werden müssen.

Das Paul-Ehrlich-Institut bringt auf seiner Webseite einen Warnhinweis und die Ankündigung der Rückrufaktion, inklusive der Chargen, die vom Rückruf betroffen sind:

Der Rückruf durch Nuron Biotech B.V. betrifft folgende Chargen: H99023, H99027, H52270, J31134, J31139, J70497, J70500, H63165, H63166, H63248, H62970.

Der Rückruf durch EurimPharm betrifft folgende Chargen: J13265, J13266, H59035, H25995, H31320 und H59032.

Der Rückruf durch kohlpharma betrifft folgende Chargen: H25995, H31320, H25994, H91914, H62959, J13266, H59035, H52324 und H59032.

Der Rückruf durch EMRAmed betrifft die beiden Chargen H25995 und H59032.

Laut der „DAZ.online“ ist auch Meningitec® von Pfizer und seinen Reimporteuren von der Verunreinigung und sind somit auch von der Rückrufaktion betroffen. Aber auch auf der deutschen Webseite von Pfizer (pfizer.de) gibt es nur heile Pharmawelt, aber keine Rückrufaktionen und keine Warnhinweise zu sehen.

Quellen:

(1) nuronbiotech.com

(2) eurim.de

(3) emramed.de

(4) kohlpharma.com/de/index

(Stand des Artikels und der Informationen auf den entsprechenden Webseiten alle vom 9.10.2014)


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