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Excellente Kommentare von Bill Bonner.

 

Von der US-Pharmaindustrie

von Bill Bonner

Liebe Leserin, lieber Leser,

Ein Leser, welcher Arzt ist und in den USA für staatliche Behörden im Gesundheitssektor gearbeitet hat, teilte mir mit:

"Die Wahrheit ist, dass die Pharma-Industrie selten ein wirklich effektives und sicheres Medikament herausbringt. Wenn ich zu Ärzten gehe, dann frage ich nach einem Rezept für Medikamente, welche in den 1970ern entwickelt worden sind. Nicht nur, weil die sehr viel billiger sind...sondern auch, weil die jetzt 40 Jahre Erfahrungswerte haben."

"Wir wissen, welche verlässlich sind und welche gefährlich. Wir wissen das bei den neuen Medikamenten noch nicht. Und die meisten sind wirklich nicht sehr effektiv."



Ich möchte nicht vom Thema abkommen...aber das hier hat auch mit meinem Thema "Zombies" zu tun. Kann so eine korrupte, zombifizierte und stark verschuldete Welt plötzlich unbeschwert in den Sprint nach vorne umschalten?



Normalerweise müsste diese Welt und diese Volkswirtschaft erst einmal ihre Schuldenlast loswerden. Normalerweise müssten die Zombies erst einmal eine ehrliche Arbeit finden. Ich versuche, offen zu sein...und ich denke, dass das "smarte Geld" seine Aktien in Rallys verkaufen wird. Und Gold bei Rückschlägen kaufen wird, nicht umgekehrt.

Dieser neue Freund erwähnte die Bundesstraße I-70 von Washington DC nach Gaithersburg und Frederick, Maryland. Die sei ein Zentrum der "Biotech"-Industrie - sehr nah an der Quelle von ihrer Finanzierung und Regulierung.

Man fährt nach Frederick. Man fährt an vielen glänzenden neuen Gebäuden vorbei. Ganze neue Vorstädte. Helle, im Ausland hergestellte Autos, voll mit Leuten, die aussehen, als ob sie Pakistaner sind, mit einem PhD in Molekularbiologie.

Aber wenn man dann weiterfährt, dann ändert sich die Welt. Sobald man an Hagerstown vorbeigefahren ist, dann hat man die Grenze der Pendler ins Biotech-Gebiet überschritten. Bald ist man dann da, was man als "wirkliches Amerika" bezeichnen könnte. Die Leute da fahren Pickups. Es gibt wenige neue Häuser. Wenige tolle Restaurants. Ehrlich gesagt gibt es vielleicht kein einziges Restaurant zwischen Hagerstown und Pittsburgh.

Einige der Städtchen im südwestlichen Pennsylvania sind praktisch Zombie-Städte. Ich hatte früher als Kind öfter mal Charleroi besucht, weil da der Bruder meines Vaters lebte. Das war in den 1950ern und frühen 1960ern. Als wir von den Tabakfeldern in Maryland dorthin fuhren, da schien es für mich, als ob wir in ein Gebiet mit feinsinnigem städtischen Leben fahren würden.

Es gab Geschäfte, Bars, Theater. Es gab junge Leute auf den Straßen. Die Kinder spielten in den Alleen. Man hörte Musik aus offenen Fenstern...Tanzveranstaltungen...an jeder Straßenecke eine Bar...Dinners...neue Autos...und der ganze Ort gedieh im Rhythmus der Stahlmühle am Fluss. Wie es heute aussieht? Mehr dazu demnächst.

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Eine Generation legt das Fundament...

von Bill Bonner

Was sind schon die Erfahrungen der Alten gegen die mathematischen Beweise der Jungen, die mit einem frischen MBA-Abschluss kommen und den Alten sagen wollen, wie es geht!


So ist das doch heute in den Firmen. Am Ende sagt die alte Garde der Manager dann zu den Jungen oft: "Nun, ich denke, Sie haben Recht. Wir können unsere Eigenkapitalrendite erhöhen, indem wir uns kräftig verschulden...ich denke, das macht Sinn."

Und es macht Sinn - eine Zeitlang. 2006 konnten die Firmen so profitabler werden als je zuvor...und vielleicht sogar einen Firmenjet kaufen, und mit der Expansion in neue Märkte beginnen.

"Nun, ich denke, Sonny hatte Recht", sagen dann die alten Manager. "Das ist eine neue Ära".

Und so verschuldet sich das Unternehmen. Ein Unternehmen, das seit über 100 Jahren gute Geschäfte gemacht hat....wie Lehman Brothers...und dann, wenn der nächste größere zyklische Abschwung kommt, geht dieses Unternehmen Pleite!

Julius Caesar hat niemals einen MBA gemacht. Und Cornelius Vanderbilt auch nicht. Genausowenig wie Henry Ford. Oder Andrew Carnegie. Oder praktisch irgendeiner, der großen Erfolg im Geschäftsleben oder der Finanzwelt hatte.

Caesar lernte sein Geschäft, indem er in die Fußstapfen seines Vaters trat. Sein Vater zeigte ihm, wie man ein Praetor ist, ein Senator und ein Gouverneur einer asiatischen Provinz. Caesar lernte, wie man mit Leuten spricht. Er lernte zu denken. Er lernte, wem er trauen konnte. Sein Vater führte ihn ein. Er ebnete den Weg. Dann konnte Caesar in die Fußstapfen seines Vaters treten, und weiter vorwärts gehen.

Caesar ist nicht aus dem Nichts gestartet. Er ist auch nicht mit Nichts gestartet. Er startete da, wo sein Vater ihn hingebracht hatte. Er begann seine Karriere mit dem Kapital, das sein Vater ihm gegeben hatte - Fähigkeiten, Ruf, Erfahrung, Geld und Kontakte.

Eines der unterschätzten Dinge, die ein Elternteil seinem Kind hinterlassen kann, ist ein guter Ruf. Es kann Generationen brauchen, bis Vertrauen gebildet worden ist. Ich vertraue darauf, dass Mr. Martin gute Gitarren herstellt, weil seine Familie dies seit Generationen tut. Ich vertraue darauf, dass Mr. Ford weiß, wie man Autos herstellt, und Mr. Hershey weiß, wie man Schokolade herstellt.

Ein Mann neben mir im Flugzeug erzählte mir: "Wenn man in China Geschäfte machen will, dann kann es sehr lange dauern, bis Vertrauen gebildet worden ist. Und ohne Vertrauen ist man verloren. Die vertrauen einem nicht. Deshalb werden sie einen dann auch nicht sehr gut behandeln. Und so schützen die sich - indem sie einen als erstes betrügen."

Vertrauen reduziert die Kosten, Geschäfte zu machen. Man braucht weniger Ausgaben für Rechtsanwälte und Verträge. Man braucht weniger Versicherungen und Klauseln. Das ist ein Grund dafür, dass manche ethnischen Gruppen dazu tendieren, Geschäfte lieber unter ihresgleichen zu absolvieren. Sie verstehen sich selbst. Sie wissen, was sie erwarten können. Sie wissen, wem sie vertrauen können...und wieviel.

Selbst in Branchen wie dem Filmproduzieren, dem Banking und der Politik sind Vertrauen, Kontakte und "Markenbewusstsein" extrem wichtig. Es ist schwer, z.B. Schauspieler oder Politiker zu werden, aber es ist erheblich einfacher, wenn die eigenen Eltern bereits ein Loch in die Wand geschlagen haben. Die Zahl der Leute, die heute im Geschäftsleben sind und dessen Eltern und Großeltern es ebenfalls waren, beweisen das; das kann nicht nur Zufall sein.

Natürlich ist es einfach zu sehen, warum. Die Kinder wissen, wie das Geschäft läuft. Outsider wissen das nicht. Die haben nicht die Kontakte. Die Leute im Geschäft vertrauen den Kindern der Väter, wenn diese vertrauenswürdig waren. Deshalb ist es viel einfacher für jemanden wie Angelina Jolie (Vater: Jon Voigt), Michael Douglas (Vater: Kirk Douglas), Jeff Bridges (Vater: Lloyd Bridges)...oder Dutzende anderer.


Natürlich könnte man das über fast jede Karriere und jedes Geschäft sagen - ob es um Klempner geht oder Uhrmacher. Eine Generation legt das Fundament. Die nächste kann darauf aufbauen.

 


Eindrücke aus Charleroi, Pennsylvania

von Bill Bonner

Ich komme auf meine Eindrücke der Stadt Charleroi zurück, welche ich in den 1950ern und frühen 1960ern oft besucht hatte. Und dann letzten Monat erneut.

Heute hat sich das dort alles geändert. Ich war da letzten Monat, zum Begräbnis meiner Tante. Die Stahlmühlen sind geschlossen. Die Produktion ist lange nach Korea und Indien verlagert worden...also in die Länder, wo heute die Biotech-Experten herkommen.

Ich hörte keine Pfeifen mehr, welche die Arbeiter auf ihre Posten zurück riefen. Ich sah keine Häuser, die aussahen, als ob sie in den letzten 4 Jahrzehnten gebaut worden wären. Ich sah keine Kinder. Ich sah fast überhaupt keine Menschen, ausgenommen solche mit Gehhilfen und Stöcken.

Die einzige Industrie, der es da noch gut geht, ist die, welche die Zombies bedient.

"Hat Ihr Doktor den Krebs denn nicht erkannt?" fragte an einer öffentlichen Pinnwand eine Werbung eines Anwalts. "Arbeitsunfall?" fragte ein anderer Zettel...was für mich unwahrscheinlich klingt. Ich wäre überrascht, wenn irgendjemand in dieser Stadt noch eine Arbeit hat.

Es sah so aus, als ob die Regierung Ressourcen in diese Stadt fehlgeleitet hat, in einer Bemühung, vorzutäuschen, sie sei nicht tot. Eine Fußgängerzone war neu gestaltet worden. Aber es gab dort keine Fußgänger.

Ein modernes Gebäude beherbergte eine lokale "Stadtentwicklungs"-Behörde. Aber es gab keine Entwicklungen.

Wollen Sie einen Ort haben, an dem Sie günstig leben können, liebe Leser? Ein Haus dort hatte ein handgemaltes Schild, welches an der Tür signalisierte: "Haus zu verkaufen. 1.000 Dollar sofort. 346 Dollar pro Monat."

Was halten Sie davon? Sie könnten auch das Haus daneben kaufen...und eine Cappucino Bar eröffnen. Sie brauchen sich dann nicht um ein kostenloses Drahtlos-Internet kümmern. Oder um Cappucino.

Ich fragte mich: Wird eines Tages auch der Biotech-Korridor sich zusammenpacken und nach Indien gehen?



Wird dann Gaithersburg auch so herunterkommen wie Charleroi?

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Es gab junge Leute auf den Straßen. Die Kinder spielten in den Alleen. Man hörte Musik aus offenen Fenstern...Tanzveranstaltungen...an jeder Straßenecke eine Bar...Dinners...neue Autos...und der ganze Ort gedieh im Rhythmus der Stahlmühle am Fluss. Wie es heute aussieht? Mehr dazu demnächst.

 

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Und noch einmal trifft Bill Bonner den Nagel auf den Kopf

 

Die Dinge werden immer verrückter

von Bill Bonner

Als ob es nicht schon verrückt genug wäre! Microsoft hat eine Telefongesellschaft ohne Telefone für 8,5 Mrd. Dollar gekauft. Dann haben die Käufer eines neuen Internet-Unternehmens (LinkedIn) dessen Aktienkurs auf ein Niveau getrieben, bei dem auf jeden Dollar Umsatz ein Kurswert von 20 Dollar kommt. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt bei 700. Wenn das so bleibt, dann wird ein Investor sein Geld erst im Jahr 2.711 zurückerhalten.

So ein Investor wird Glück benötigen. Denn normalerweise leben Menschen nicht so lange; das gilt besonders für verrückte Menschen. Aber Verrücktheiten sind jetzt schon so weit verbreitet - das ist so, als ob an jeder Straßenecke einen Mann mit zwei Köpfen sehen würde. Jeder vierte amerikanische Hausbesitzer hat eine Hypothekenlast, die den Verkehrswert seines Hauses übersteigt. Selbst in Wüstenstädten wie Las Vegas steht 70% der Hausbesitzer das Wasser bis zum Hals. Auf die gesamten USA bezogen sind die Immobilienpreise gegenüber ihrem Topp nun um 33% gefallen, und sie fallen immer noch um 1% pro Monat.

Der durchschnittliche Hausbesitzer verliert mit seinem Haus also soviel, wie er an Arbeitslohn nach Hause bringt. Und dann Dominique Strauss-Kahn (DSK). Wer kann es leugnen, dass wir in einer bemerkenswerten Ära leben? Während der Amtszeit von DSK ist die Kreditvergabe des IWF um den Faktor 10 gestiegen. Das arme Griechenland wurde mit neuen Krediten in Höhe von 42 Mrd. Dollar überschüttet, und kann diese wahrscheinlich gar nicht zurückzahlen. Aber zumindest hat DSK die Griechen zum Abendessen eingeladen!

Richard Nixon hat das Geldsystem der Welt im Jahr 1971 geändert, als er die Goldbindung des Dollars aufhob. Er tat das zur besten Sendezeit, im Fernsehen. Aber der US-Dollar war schon so lange eine verlässliche Währung gewesen, dass sich nur wenige Menschen etwas anderes vorstellen konnten. Nur ein paar zynische Philosophen und Geld-Historiker bemerkten, dass etwas sehr Wichtiges vor sich ging. Sie rollten mit den Augen und kauften mit beiden Händen Gold.

Wenn eine Neuigkeit Bestand hat, dann wird sie vertraut. Ziemlich bald beginnen die Leute zu denken, dass das Außergewöhnliche normal ist. Und dann sieht das Normale verrückt aus. Das neue System hatte bald einen festen Stand. Und jetzt, 40 Jahre später, sieht es normal aus.

Aber von den ganzen heutigen Absurditäten ist nichts absurder. Wenn damals die Leute dachten, dass das System in die Zerstörung läuft - dann sollten sie es doch jetzt auch sehen!

Im Jahr 1971 lag die US-Geldmenge bei gerade einmal 800 Mrd. Dollar. Heutzutage hat alleine die Bilanz der Fed ein Volumen von 2,5 Billionen Dollar. Im Jahr 1971 schien die US-Regierung die Vorsicht wegzuwerfen - und sie hatte ein Haushaltsdefizit von 23 Mrd. Dollar. Fiskalisch Konservative griffen sich an die Herzen. Die sollten heute besser sitzen, denn das Defizit soll alleine in diesem Jahr 1,6 Billionen Dollar betragen. Die Schulden je arbeitende Person steigen um 115 Dollar je Arbeitstag - und damit in etwa um so viel, wie ein normaler Arbeiter auch an einem Tag verdient.

Und dennoch lag die Rendite 10jähriger US-Anleihen im Jahr 1971 bei 6% - und heute bei nicht einmal drei Prozent. Als ob sich die US-Finanzlage in den letzten 4 Jahrzehnten verbessert hätte!

 


 

 

 


Das Land des unbegrenzten Schuldenmachens

von Bill Bonner

 

Wie viel Ruin gibt es in Amerika? Das will ich herausfinden. "Es gibt in jedem Land jede Menge Ruin", sagte John Maynard Keynes.

Jeden Tag wird mehr und mehr von Amerika verkauft, mit Hypotheken belastet, verschwendet und aufgegessen. Das Handelsbilanzdefizit hat sich zuletzt weiter vergrößert. Die Konsumenten verschulden sich weiter, wenn auch nicht mehr so stark wie vor 2008. Das Leistungsbilanzdefizit alleine beträgt 1 Million Dollar pro Minute - und kein Ende in Sicht.

Das Land der unbegrenzten Möglichkeiten ist das Land des unbegrenzten Schuldenmachens geworden. Deshalb sinkt diese Nation in den Ruin, und zwar jedes Jahr mit weiteren Prozentpunkten des gesamten Bruttoinlandsproduktes (BIP).

Diese stagnierende Wirtschaft braucht einen stetigen Strom von neuen Stimulierungen, um sie im Fluss zu halten", schreibt Jim Puplava. Verglichen mit vorherigen Wirtschaftserholungen war das diesmalige Wirtschaftswachstum nur halb so hoch, wie es durchschnittlich im letzten halben Jahrhundert war."

"Was die Situation extrem besorgniserregend macht, ist, dass es zig Zinssenkungen, mehrere Steuersenkungen, massive Haushaltsdefizite und ein Rekordwachstum der Geldmenge benötigte, um die Wirtschaft wieder zum Laufen zu bekommen. Wirtschaftlich gesprochen ist das die größte fiskalische und monetäre Stimulierung, die die Welt je gesehen hat. Was kann die Fed als Ergebnis ihrer Bemühungen vorweisen, außer zahlreichen Spekulationsblasen und der Rückkehr der Spekulation an den Finanzmärkten?"

Jedes andere Land hätte schon längst darunter leiden müssen, dass jeder aus der Währung dieses Landes fliehen möchte. Die Investoren hätten die Anleihen eines solchen Landes schon längst verkauft. In den Zeiten des Goldstandards hätten die USA damit auch nicht davonkommen können. Denn die ausländischen Besitzer von Dollarnoten hätten sich bei der Fed in eine Reihe gestellt, um ihre Dollar gegen Gold einzutauschen. Denn das war das Versprechen der Fed, Dollar gegen Gold einzutauschen - das sogenannte Goldfenster".

Jahrzehntelang haben die USA dieses Versprechen gehalten - sie haben für 41 Dollar eine Feinunze Gold ausgezahlt. Aber jetzt ist das Goldfenster geschlossen. Jetzt kann man Dollar gegen Gold nur noch auf dem freien Markt eintauschen - und da muss man jetzt mehr als 1580 Dollar für jede Feinunze Gold ausgeben.

Wow! Amerika sinkt nicht in den Ruin....es springt per Kopfsprung in den Ruin. Bewusst. Halsbrecherisch.

Es gibt natürlich nichts, was wir daran ändern könnten. Die Natur muss ihren Weg haben. Nacht muss auf Tag folgen. Eine offene Bierdose muss schal werden. Ein Idiot und sein Geld müssen voneinander getrennt werden.

Was für eine wundervolle Welt das ist. Finde den Trend, dessen Annahmen falsch sind, und wette dann dagegen", sagt George Soros. Selten haben so viele Leute geglaubt, dass das nicht gilt. Ihre Annahme ist, dass sie für immer mit dem Schuldenmachen und Konsumieren weitermachen können...ohne jemals die Rechnung bezahlen zu müssen. Sie glauben, dass es für Amerikas Schulden keine Grenzen gibt.

Ich denke, dass sie damit falsch liegen. Ihre Annahme ist falsch. Nicht, dass ich wüsste, was passieren wird. Aber ich weiß, was nicht passieren wird. Es gibt jede Menge Ruin in einer Nation. Aber keinen unbegrenzten Betrag davon.

 


 

Sind die meisten Menschen wirklich Dummköpfe?

von Bill Bonner

Warum sind die Menschen so entsetzliche Dummköpfe?

Ich will nicht gleich alle Karten auf den Tisch legen, aber ich werde trotzdem sofort zur Antwort kommen: Weil Männer, die nicht völlig verrückt sind, sich evolutionsbiologisch als Sackgassen erwiesen haben, genauso wie die Giraffe mit kurzem Hals. Wie Sie sehen können, liebe Leser, sind es die Idioten, die die Welt am Laufen halten.

Aktien mit einem Kursgewinnverhältnis von 20 oder mehr zu kaufen, ist dumm. Es läuft allen Lehren der Geschichte und der Logik zuwider. Aktien soll man kaufen, wenn sie günstig sind, nicht wenn sie teuer sind. Aber immer dann, wenn sie am teuersten sind, sind die Leute absolut verrückt danach, sie zu kaufen.

Dasselbe mit Häusern. Und mit Anleihen. Und im Grunde mit allen Anlageklassen.

Und was sind das für Leute, die es zulassen, immer tiefer in die Verschuldung zu geraten? Bei hohen Kursen ist es wesentlich wahrscheinlicher, dass die Aktienkurse fallen, als dass sie steigen. Aber auch die Einkünfte der Leute sind in Gefahr; zum ersten Mal in der Geschichte der Vereinigten Staaten müssen sich die Leute dem Wettbewerb mit drei Milliarden asiatischen Arbeitnehmern stellen, die für ein Zehntel bis ein Zwanzigstel der amerikanischen Lohnsätze arbeiten. Nur ein unbesonnener Mensch wird unter den gegebenen Umständen Kredite aufnehmen, aber in diesem Land wimmelt es von unbesonnenen Menschen.

Warum sind es so viele? Die Erklärung erhielt ich von Leuten, die sich über die Evolution, Paarungsstrategien und genetische Auswahl Gedanken machen. Sie sagen, es sei ganz einfach. Unsere bescheidenen, besonnen Vorfahren unter den Affen hatten einfach weniger Sex als die übertrieben zuversichtlichen Dummköpfe.

Ich habe einmal darauf hingewiesen, dass ein Mann, der nur selbstbewusst auftritt, seinen Weg in die obersten Führungsetagen... manchmal sogar an die Spitze eines Landes macht. Er kann dabei vollständig inkompetent sein. In der Regel ist er das sogar. Denn ein solcher Mensch unterschätzt die Herausforderungen, denen er sich stellt und überschätzt seine Fähigkeiten, damit umzugehen.

Mit anderen Worten: Dieser Mensch ist ein Dummkopf.

 


 

 

Zukunft ohne Arbeitsplätze?

von Bill Bonner

Jeff Jarvis schrieb in der Huffington Post einen interessanten Artikel. Wir Amerikaner werden keine "jobless recovery" haben, also keine wirtschaftliche Erholung, welche keine neuen Arbeitsplätze schaffen wird. Wer werden stattdessen eine "jobless future" haben, eine Zukunft ohne Arbeitsplätze.

Das Verharren in blinder Hoffnung auf das magische Erscheinen neuer Jobs und das Wiederauftauchen von Wirtschaftswachstum ist das Vertrauen eines Dummkopfes. Politiker, die denken, dass alleine durch das Ausrufen des Verses "Jobs, Jobs, Jobs" wirklich neue Arbeitsplätze geschaffen werden und die Wirtschaft wieder wächst, führen uns an der Nase herum, vielleicht auch sich selber.

Wenn zumindest ein Zehntel der Amerikaner ohne Arbeit sind, dann ist es bestenfalls kognitive Dissonanz, wenn die Wall Street auf die Schaffung von 117.000 Arbeitsplätzen euphorisch reagiert. Niemand kann neue Arbeitsplätze aus dem Nichts schaffen. Die verlorenen Arbeitsplätze werden nicht zurückkehren. Ein paar neue Jobs, die neu geschaffen werden, werden nichts lösen. Unsere "new economy" schrumpft, weil die Technologie dazu führt, dass Effizienz vor Wachstum kommt. Das ist die Sache, die ich gerade untersuche.

Nehmen wir einen Industriezweig wie die Zeitungsindustrie. Tausende Jobs sind da vernichtet worden, und die kommen auch nicht wieder. Ja, neue Jobs werden durch Unternehmer geschaffen werden - und genau deshalb bin ich für Unternehmergeist. Aber netto gesehen wird die Nachrichten-Industrie weniger feste Angestellte in Unternehmen haben.

Es wird auch weiterhin Nachrichten geben, aber das alles wird erheblich effizienter sein, dank des Internets. Nehmen Sie den Einzelhandel. Die Shopping Malls. Jede größere Straße und jede Shopping Mall hat nun leere Geschäfte, die keinen Mieter mehr finden. Dinge lokal zu kaufen, für unmittelbare Nutzung, wird eine Premium-Dienstleistung werden. Es ist nämlich viel effizienter - in Bezug auf Lagerhaltung, Mietkosten, Personal - aus der Distanz zu verkaufen.

Wal-Mart tötet nicht den Einzelhandel. Amazon hingegen schon. Transparente Preise im Internet reduzieren die Preise und die Profitabilität der Verkäufer noch mehr. Der Einzelhandel wird dadurch effizienter.

Der US-Immobilienmarkt ist implodiert, und es ist nicht wahrscheinlich, dass wir da in der nächsten Zeit einen neuen Aufschwung sehen werden. Deshalb wird sich der Markt für Neubauten nicht erholen, und auch die Arbeitsplätze im Baugewerbe werden so schnell nicht zurückkommen.

 

Ein pervers perfekter Krieg

von Bill Bonner

Liebe Leserin, lieber Leser,

Auf eine perverse Art und Weise ist ein Zombie-Krieg ein perfekter Krieg. Da wechselt viel Geld die Hände. Und relativ wenig Menschen werden getötet, verglichen mit einem wirklichen Krieg.

Eine britische medizinische Zeitschrift, "The Lancet", schätzt, dass durch den Irakkrieg ungefähr auf allen Seiten 700.000 Menschen getötet worden sind. Als der Krieg begann, da schätzten Experten des Pentagon die Kosten des Krieges auf ungefähr 60 Mrd. Dollar. Sie haben die Kosten um 8.000% unterschätzt. Aber wenn der Krieg morgen vollständig aufhören würde...und wenn die Schätzungen von Joseph Stiglitz korrekt sind....dann hätte jeder getötete Iraker (nehmen wir halluzinierend an, dass jeder ein "feindlicher Kämpfer" war) 8 Mio. Dollar gekostet.

Kosten des zweiten Weltkriegs

Man muss sich fragen, warum die USA auch nur einen einzigen Iraker töten wollen, ganz zu schweigen von den Kosten von 8 Mio. je getötetem Iraker. Im Zweiten Weltkrieg wurden erheblich mehr Menschen getötet: 50 Millionen: Die Kriegsausgaben aller Parteien lagen bei umgerechnet rund 10 Billionen Dollar (meine Schätzung). Dies entspricht Kosten je Leiche von nur 200.000 Dollar.

Aber der Zweite Weltkrieg war ein wirklicher Krieg, kein Zombie-Krieg. Das wirkliche Ziel eines Zombie-Kriegs ist es nicht, zu töten. Auch nicht, zu gewinnen. Es geht darum, Reichtum von der realen Wirtschaft in die Zombie-Industrie zu transferieren, in diesem Fall ist es die Verteidigungs-Industrie.

Absurdes Unterfangen

Natürlich unterstreicht der Blick auf die Kosten für das Töten von Menschen die Absurdität des gesamten Unternehmens. Man könnte genauso gut sagen, dass ein guter Krieg einer ist, in dem keine Menschen sterben. Wenn das wahr ist, dann ist der "Krieg gegen den Terror" fast perfekt. Kaum jemand stirbt. Was nicht überraschend ist, denn es gibt kaum Terroristen. Es ist ein Krieg gegen Niemand....mit der Absicht, nicht zu gewinnen...über einen langen Zeitraum...zu großen Kosten. Es ist ein Zombie-Krieg, geschaffen zum Vorteil der dahinter stehenden Industrie, und nicht für die Leute, die die Rechnung zahlen müssen.

Al Quaeda hat nur ungefähr 500.000 Dollar für die Angriffe auf das World Trade Center und das Pentagon ausgegeben. Wenn es das Ziel war, die USA in die Knie zu zwingen, dann war das wohl das lohnendste Investment. Denn in Reaktion auf dieses kleine Investment und das minimale Risiko haben die USA 10.000.000 so viel ausgegeben, was das größte Fehlinvestment wertvoller Ressourcen war, welches die Welt jemals gesehen hat.

Hohe Folgekosten

Und in diesen Ausgaben sind noch nicht einmal die Kosten für Verzögerungen und Unannehmlichkeiten enthalten, welche die Leute hinnehmen müssen, welche durch diese Maßnahmen geschützt werden sollen. Das Reisen per Flugzeug dauert länger und kostet mehr. Die Bankregulierungen sind verstärkt worden, was es schwieriger und teurer macht, Investments außerhalb der Zombie-Industrie zu tätigen. Normale Bürger müssen nun damit rechnen, dass ihre normalen Routinen durch die Anforderungen des "Kriegs gegen den Terror"-Projekts beeinträchtigt werden.

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Das einzig Positive an den Zombie-Kriegen

von Bill Bonner

Das einzig Positive, was über einen Zombie-Krieg gesagt werden kann, ist, dass er für Millionen Unterhaltung bietet. Die Massen sind beeindruckt von der neuesten Militärtechnologie...und bei den Demonstrationen der Macht.

Zombie-Kriege sind eine moderne Version des alten Circus Maximus in Rom...wo die Fans sich die Gladiatoren im wirklichen Kampf ansehen...oder, noch besser, eine Massenhinrichtung. Das ist wie ein Football Spiel, bei dem es um Leben und Tod geht.

Gab es allerdings Zweifel am Ausgang des Irak-Kriegs? Hätten die USA gegen die Truppen von Saddam Hussein verlieren können? Hätten die Taliban gegen die USA gewinnen können, und ihre Truppen wären in die USA einmarschiert, und hätten den Potomac überquert?

Das ist alles ein großer Spaß....weil die Betrachter keinem Risiko ausgesetzt sind. Die Massen können so tun, als ob es um Prinzipien gehe. Es gehe um "nation building". Sie bringen jemandem die Demokratie. Sie schützen die USA vor Terroristen. Sie können ihre Helden bejubeln, und die Bösen ausbuhen. Und dann können sie nachts gut schlafen, weil sie froh sind, dass gut über böse gesiegt hat.


Desaster für die Volkswirtschaft

Während ich den Wert von Zombie-Kriegen als Form der Massen-Ablenkung nicht in Frage stelle - eine "Reality Show" mit Munition -, sind diese ein Desaster für eine Volkswirtschaft und für den Reichtum der Leute, welche daran teilnehmen.

Ich war geschockt, als mir wegen dieser meiner Theorie eine intelligente Frau widersprach. "Ja...aber zumindest wird dadurch die Arbeitslosigkeit verringert. Das Militär beschäftigt viele Menschen..."


Brauchen wir einen dritten Weltkrieg?


"Und nebenbei...", sagte sie, "war der Zweite Weltkrieg nicht auch ein Grund dafür, dass die Weltwirtschaftskrise schnell endete? Vielleicht brauchen wir einen Dritten Weltkrieg."

Da hat sie was nicht verstanden. Es wäre leicht, den Leuten Arbeit zu geben. Es ist auch leicht, einen Krieg zu beginnen. Aber wenn man wirklichen Reichtum schaffen möchte, dann kann man doch nicht die Leute damit beauftragen, sich gegenseitig zu töten.


Das Schaffen von Reichtum ist ein hartes Geschäft. Zunächst einmal muss man NICHT alles konsumieren, was man produziert. Dieses Extra...gespartes Kapital...damit kann man dann arbeiten. Denn damit kann man mehr schaffen.


Bauernhof als Beispiel

Stellen Sie sich das an einem Beispiel vor. Ein Bauernhof.

Sie arbeiten die ganze Zeit. Feld bestellen. Ernten. Konsumieren. Aber so wird man nicht reicher. Um reicher zu werden, muss man ein bisschen mehr anbauen. Man muss einen kleinen Überschuss haben, damit man investieren kann...ein bisschen mehr Arbeit...um ein weiteres Feld zu bestellen...dann mehr anzubauen...so dass man im nächsten Jahr noch mehr ernten kann.

Wenn man andererseits die eigenen Ressourcen verschwendet, und im nächsten Jahr weniger anbaut, dann wird man ärmer.

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Goldman, zu Hilfe!

von Bill Bonner

Die Teile des Puzzle fügen sich immer mehr zusammen. Es ergibt kein schönes Bild. Denn es findet derzeit ein epischer Kampf statt. Zwischen diesen Mächten...

...Inflation und Deflation

...Wachstum und Depression

...zusätzlichen Krediten und Rückzahlung von Krediten

...Zentralisierung und Dezentralisierung

...Politik und Märkten

...Papiergeld, welches "gemanagt" wird und Gold

...Kapitalismus, der "gemanagt" wird und der reale Kapitalismus

...Kontrolle und Reichtum

...Bulle und Bär

...Gier und Angst

...Zombies und wirkliche Menschen

Ja, das ist ein ziemlicher Kampf. Besser als Frazier gegen Ali. Und wer wird gewinnen? Europa hat "die härteste Stunde seit dem Zweiten Weltkrieg", sagt Angela Merkel. Was schlägt sie vor? Mehr Zentralisierung. Zentralisierung brachte Europa in den jetzigen Zustand...die gleichen Zinssätze, so dass die Griechen und die Italiener sich stärker verschulden konnten. Und jetzt glaubt sie, dass mehr Zentralisierung das Problem lösen wird.

Was kann Europa mit seinem Schuldenproblem tun? Wer weiß mehr über das Schuldenproblem als jeder andere? Natürlich die Leute, welche diese Probleme verursacht haben. Deshalb sind die Griechen unter großem Druck vom zentralen Europa ihren Papandreou losgeworden, nachdem der Mann vorgeschlagen hatte, die Demokratie arbeiten zu lassen.

Er wollte, dass die Leute über die Sparmaßnahmen abstimmen. Danach wurde er durch Papademos ausgetauscht. Der war schließlich jahrelang Vize-Präsident der Europäischen Zentralbank. Und er unterrichtete an der Kennedy School of Government at Harvard.

Währenddessen wurde Italien gezwungen, seinen populären - aber schwer zu kontrollierenden - gewählten Führer loszuwerden - Silvio Berlusconi. Stattdessen wurde ein Mann von Goldman Sachs an seine Stelle gesetzt. Ja, Mario Monti ist ein ehemaliger Mitarbeiter von Goldman Sachs.

Genauso wie der neue Vorsitzende der EZB, Mario Draghi. Monti war auch EU-Kommissar. Draghi war Vorsitzender der italienischen Zentralbank zu einer Zeit, in der Italien einen der höchsten Schuldenberge der Welt auftürmte.

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Was kommt denn noch alles auf uns zu?

Lieber Leser,

schon gehört? Minister von Pleite-Staaten hassen den Euro. Jedenfalls privat. In Griechenland etwa lassen sich die Herren ...

... ihr Gehalt teilweise in Goldmünzen auszahlen! Und gerade enthüllten wir in Italien einen noch größeren Skandal, wie Sie gleich sehen. Hintergrund:

Italien ist de facto pleite

Nachdem Berlusconi seinen Komplizen Draghi an der EZB-Spitze platzierte, überschlugen sich die Ereignisse:

  • An seinem ersten Arbeitstag senkt Draghi - zum Entsetzen der Fachwelt - die Leitzinsen. Jetzt konnten sich Italiens Banken noch billiger Geld leihen, um damit wertlose italienische Staatsanleihen zu kaufen.

Doch diese Käufe verpufften, also geschah nun Folgendes ...

  • Seit Draghi amtiert, kauft die EZB italienische Staatsanleihen wie verrückt. So viel, wie noch nie in ihrer Geschichte. Der Grund ist logisch:

Auf dem freien Markt sind Italiens Anleihen praktisch unverkäuflich!

Insolvenz wird erst sichtbar, wenn die Liquidität versiegt. Und Italiens Liquidität versiegte schon am 1. November! Ein Händler sagte der Financial Times:

„Es gab keine Preise für italienische Staats-Anleihen. Das hat es praktisch noch nie gegeben, für einen solch großen Markt wie Italien. Es gab keine Käufer und daher gab es keine Preise."

Notgedrungen sprang wieder die EZB ein. Und hortete (u. a. auf Kosten des deutschen Steuerzahlers!) die Plunder-Papiere.

Sie sehen:

Während die EU-Propaganda noch vom drohenden Staatsbankrott Italiens faselt, trat dieser im Prinzip ... längst ein!

Und der Showdown ist nicht bremsen

Am 9. November 2011, dem Tag an dem Berlusconi seinen Rücktritt bekannt gab, musste Italien für seine Staatsanleihen erstmals über 7 % Zinsen zahlen, so hoch wie nie zuvor. Änderung ist nicht in Sicht. Experten sagen deshalb:

Italiens Refinanzierung auf dem Kapitalmarkt ist langfristig unmöglich.

Dazu passend ...

... schwenkt plötzlich die CDU um: Die Financial Times Deutschland berichtet am 10. November:

„Die CDU will Defizit-Sündern künftig den freiwilligen Austritt aus der Euro-Zone ermöglichen!"

Hat all das Einfluss auf Ihr Vermögen? Mit Sicherheit!

 


 

 

Falsch verstandener Kapitalismus

von Bill Bonner

Liebe Leserin, lieber Leser,

Immer mehr Menschen kommen zu derselben Schlussfolgerung. Der Bullenmarkt ist ein Betrug. Und das System ist korrupt. Und diese Menschen haben Recht. Aber nicht aus den Gründen, welche sie denken.

Hier ist die Nummer eins der Gründe, aus der "Kapitalismus wie wir kennen funktioniert nicht"-Hitparade. Forbes berichtet:

Die Top 0,1% der Nation verdienen die Hälfte aller Kapitalgewinne.

Die Top 0,1% der Nation - ungefähr 315.000 von 315 Millionen - verdienen auch die Hälfte aller Spekulationsgewinne, die mit Immobilien nach einer Haltedauer von mindestens einem Jahr erzielt werden.

Es ist kristallklar, dass die Steuerreduzierungen der Bush-Administration insbesondere für Spekulationsgewinne und Dividenden-Einkommen im Jahr 2003 dazu geführt haben, dass es zu einem enormen Anstieg der Einkommen bei Vorständen, Wall Street-Experten und anderen Unternehmern kam.

Die Reduzierung der Steuer von 20% auf 15% war ein wichtiger Schritt dabei. Es begann 1978, mit einer Steuersenkung von 35% auf 28%. Dann 1981, zu Beginn der Reagan-Ära, wurde die Steuer weiter reduziert auf 20%. Dann im Jahr 1987 wieder erhöht, auf 28%. Und dann, nach dem 1987er-Crash, auf 23% gesenkt.

1997 stimmte Clinton zu, den Satz auf 20% zu senken, was die Zahl der Hedgefonds explodieren ließ - die "am schnellsten steigende Kohorte innerhalb der Top 1%".

Bald werden einige Journalisten wohl die Namen und Adressen dieser Super-Reichen veröffentlichen. Dann werden Lynch-Mobs losziehen und sich vor deren Häusern postieren.

Nicht, dass etwas falsch daran ist, reich zu werden. Und nichts ist falsch mit einer Steuer von 15%. Ich persönlich mag das. Aber die Leute suchen jemanden, den sie für ihre Probleme verantwortlich machen können. Und es ist nicht wahrscheinlich, dass sie die wahren Schuldigen identifizieren werden. Das würde zu viel Zeit und Nachdenken erfordern.

Deshalb zeigen sie mit dem Finger auf "die Reichen"....

Sie haben natürlich Recht. Das System ist korrupt und degeneriert. Aber es ist nicht deshalb so, weil die 1% oder die 0,1% existieren. Und es ist auch nicht so, weil es Deregulierungs-Gesetze gab. Oder weil die Steuern so niedrig sind. Oder weil die Vorstände so gierig sind. Oder weil der Kapitalismus mit dieser Herausforderung nicht fertig wird.

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Ist das chinesische Modell den USA überlegen?

von Bill Bonner

Selbst das Wall Street Journal liegt manchmal falsch. Als Grund dafür, dass der Kapitalismus in den USA derzeit nicht zu funktionieren scheint, wird genannt: Das chinesische Wirtschaftsmodell sei dem amerikanischen System der angeblich freien Märkte überlegen.

Dazu schrieb Andy Stern: Der 12. 5-Jahres-Plan Chinas hat diese Ziele: Ein Wirtschaftswachstum von 7% pro Jahr, 640 Mrd. Dollar Investitionen in die Erneuerbaren Energien, Bau von 6 Mio. Häusern, und Investitionen in die IT der nächsten Generation, Elektroautos, Biotechnologie, Umweltschutz - und das alles, während gleichzeitig die Entwicklung auf dem Land gefördert werden soll.

Einige Amerikaner ziehen daraus ihre Schlüsse. Doch ist es das, was Amerika braucht? Mehr Zentralplanung? Mehr Bürokraten. Mehr Zombies!

Eine große Enttäuschung der Krise der Jahre 2008/2009 war, dass man an der Wall Street spazieren gehen konnte, ohne zu riskieren, dass man von jemandem getroffen wurde, der aus dem Fenster gesprungen war. Es gab kaum Selbstmorde. Wenige Leute brachten sich um wegen der Entwicklung ihrer Finanzen.

Wie ich oft erkläre: Wenn der Kapitalismus in der Krise der Jahre 2008/2009 voll hätte arbeiten können, dann hätten wir diese Konversation jetzt nicht. Der Dow Jones würde wahrscheinlich bei 6.000 Punkten stehen...und die Reichen hätten 10 Bio. Dollar verloren. Wir müssten nicht auf die Bank of America oder Goldman Sachs eindreschen...da es die wahrscheinlich gar nicht mehr geben würde.

Dafür sind Krisen da...um Idioten - besonders reiche Idioten - von ihrem Geld zu trennen. Die Reichen verlieren mehr Geld als die Armen...weil sie so viel mehr zu verlieren haben.

Jeder will Reichtum, Macht und Status. (Die Reichen sind darin besser.)

Sie wollen es auf die einfachste Art und Weise erhalten.


Und die einfachste Art ist es, das von jemand anderem zu erhalten.

Die Regierung erlaubt es den Reichen, reich zu werden...indem sie deren Vermögenswerte unterstützt. Die Zinsen sind niedrig, Papiergeld wird fleißig geschaffen. Die Reichen erhalten ihr Geld; die Mittelklasse verliert ihre Jobs, ihre Häuser, und ihren Lebensstandard.


Die Massen versuchen gar nicht, das alles zu verstehen. Sie wissen nur, dass das Spiel gegen sie ist...und deshalb werden sie wütend.

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