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Medikamentenstudie nach Tod von elf Babys abgebrochen – Die Menschenversuche der Schulmedizin

von Rene Graeber

Das neueste vom „Spiegel“: Medikamentenstudie nach Tod von elf Babys abgebrochen – so lautet die schockierende Überschrift. Die Studie wurde in den Niederlanden durchgeführt, mit der Beteiligung von medizinischen Zentren in Neuseeland, Australien, Kanada und Großbritannien.

 

Was hatten die evidenzbasierten medizinischen Wissenschaftler an den Schwangeren und deren Ungeborenen getestet?

Man wird es kaum glauben, aber es handelt sich hier um Viagra.

Medikamentenstudie nach Tod von elf Babys abgebrochen – Den Schwangeren wurde Viagra verordnet! Bild: fotolia.com – Halfpoint

Viagra für Föten?

Der „Spiegel“ berichtet, dass diese Studie bereits im Jahr 2015 begonnen hatte, zehn Krankenhäuser daran beteiligt und 183 Frauen mit der erektionsfördernden Substanz beglückt worden waren. Selbstverständlich handelt es sich hier nicht um irgendwelche sexuellen Probleme, die mit der Verabreichung von Sildenafil in den Griff bekommen werden sollten. Die Tatsache, dass die Frauen schwanger waren, zeigte, dass dazu kein Anlass (mehr) bestand.

 

Grund für diese Maßnahme war, dass das Wachstum der Föten angeblich „außergewöhnlich und besorgniserregend langsam“ verlief. Wenn Mutter Natur also wieder mal nicht weiß, wie das mit der Schwangerschaft richtig abläuft, da muss man von der Schulmedizin evidenzbasiert korrigierend eingreifen, indem man die entsprechende Chemie in die Mütter reinkippt.

Evidenzbasierter Grund für diese Maßnahme war wieder einmal eine höchst schulmedizinisch wissenschaftliche Studie, die bewies, dass man das zu machen hatte, was man dann letztendlich auch durchführte: Eine Metastudie, die „beweisen konnte“, dass Sildenafil während der Schwangerschaft fetales Wachstum fördert und Schwangerschaftshypertonie in verhindert: Sildenafil During Pregnancy: A Preclinical Meta-Analysis on Fetal Growth and Maternal Blood Pressure. – PubMed – NCBI

Diese Metaanalyse untersuchte 22 Tierstudien und 2 kontrollierte klinische Studien mit „menschlichem Versuchsmaterial“ (eine andere Bezeichnung ist mir in diesem Zusammenhang dafür nicht eingefallen). Und da in der schulmedizinischen Wissenschaft Metaanalysen inzwischen zum goldenen Maßstab aller Dinge herangereift sind und damit Beweischarakter haben, sahen die holländischen Wissenschaftler keinen Grund mehr, die Substanz nicht auch bei schwangeren Patientinnen ihrer Wahl auszuprobieren. Denn die Metaanalyse hatte schließlich „bewiesen“, dass Sildenafil fetales Wachstum fördert und den mütterlichen Blutdruck reguliert. Am aufregendsten hier war, dass die nützlichen Dosierungen für fetales Wachstum in einem Dosierungsbereich lagen, der größer war als der, der gegenwärtig in Humanstudien eingesetzt wird/wurde. Ich bin überzeugt, dass der Hersteller von Viagra diesen letzten Satz besonders begrüßt.

Im Jahr 2015 begann also diese Studie (obwohl die Ergebnisse der Metaanalyse erst 2017 veröffentlicht wurden). Im selben Jahr, also 2017, veröffentlichten die Niederländer zusammen mit ihrem Kollegen aus den oben erwähnten Ländern eine weitere Jubelstudie, die das Set-up der Horror-Studie erläutert (STRIDER (Sildenafil TheRapy in dismal prognosis early onset fetal growth restriction): an international consortium of randomised placebo-controlled… – PubMed – NCBI).

Im Mai 2018 kommt eine weitere Veröffentlichung „auf den Markt“: Building consensus and standards in fetal growth restriction studies. – PubMed – NCBI.

Auch hier erfahren wir nichts über Ergebnisse oder Verlauf der Studie. Dafür erfahren wir von den Autoren, die jetzt ausschließlich aus den Niederlanden kommen, etwas über schulmedizinische Logik und Aufarbeitung von Sachen, die schiefgegangen sind.

Zu diesem Zeitpunkt mussten die Autoren bereits mitbekommen haben, dass diese Studie in einer Katastrophe enden wird. Anders kann ich die hier gemachten Äußerungen nicht interpretieren. Denn die Autoren beklagen sich über mangelnde Vergleichsmöglichkeiten und Interpretationen von Testpopulationen und Studien. Sie beklagen sich über das Fehlen eines „goldenen Standards“. Sie beklagen sich über den Mangel an Möglichkeiten, zu empirischen Beweisen zu gelangen. Stattdessen helfen Verfahren, die einen Konsensus schaffen und damit eine Standardisierung kreieren.

 

Schulmedizinische Logik: Besser Vermutungen als gar nichts.

Was heißt das? Das heißt, dass, laut Angaben der Autoren, der Konsensus und seine Erstellung keine neuen Informationen liefert, dafür aber eine Übereinstimmung aller Beteiligten garantiert. Und die Autoren nennen dies, bitte jetzt anschnallen, „das Zweitbeste, wenn handfeste Beweise fehlen“. Oder mit anderen Worten (meinen Worten): Konsensus = Definitionen und Grenzwerte werden immer dann herangezogen, wenn man nichts weiß, wenn keine handfesten Beweise vorliegen. So frei nach dem Motto: Besser Vermutungen als gar nichts.

Deutlicher kann man es eigentlich nicht formulieren, für was Grenzwerte und Definitionen gut sind. Dies ist das unbeabsichtigte Eingeständnis der Schulmedizin, eine ganze Therapierichtung auf Vermutungen und daraus sich ableitenden Definitionen zu betreiben.

Und wo Vermutungen in Form von Grenzwerten und Definitionen solides Wissen ersetzen, da ist der Erfolg einer solchen Vorgehensweise bekannt. Chronische Erkrankungen nehmen zu statt ab. Und die vorliegende Studie ist noch einmal ein weiterer grausamer Beweis dieser grausamen Realität.

Vielleicht wäre dies einmal ein günstiger Anlass, die eigene Vorgehensweise zu relativieren. Dazu würde gehören, statt endlos Grenzwerte und Definitionen zu erstellen, endlich einmal handfeste Wissenschaft zu betreiben und handfeste Beweise für das eigene Tun zu erstellen und auch damit aufzuhören, solche Forderungen an die alternative Medizin zu stellen. Jedenfalls kenne ich keine Studie seitens der alternativen Medizin, wo der Einsatz von natürlichen Heilmitteln zu einem Abtreibung-Tsunami geführt hat!

Ein solcher Wunsch wird wohl ein „frommer Wunsch“ bleiben, da die medizinische „Wissenschaft“ fest in der Hand der Pharmaindustrie ist. Warum das so ist, ist auch bekannt. Naturwissenschaftliche Veröffentlichungen von unabhängigen Instituten kommen viel zu oft mit unliebsamen Ergebnissen daher: Unsere Schulmedizin – die einzig wahre Wissenschaft?

Was sagt der „Spiegel“ dazu?

Wie es scheint, gibt es eine Veröffentlichung vorläufiger Natur auf niederländisch, auf die sich der „Spiegel“ beruft. Dort heißt es, dass von den 183 Teilnehmerinnen 93 mit Sildenafil „behandelt“ wurden. Davon kamen 17 Babys mit Lungenproblemen zur Welt, von denen 11 Babys verstarben. Wir erfahren weiter, dass weitere acht Babys aus dieser Gruppe ebenfalls verstarben, allerdings durch angeblich andere Ursachen, die nicht mit der Studie im Zusammenhang gestanden haben sollen.

Es gibt noch weitere 15 Frauen, die mit dem Medikament „versorgt“ worden sind, und die ihren Geburtstermin noch vor sich haben. Das heißt, dass hier wahrscheinlich noch mehr Todesfälle zu beklagen sein werden.

Es gibt noch eine Placebogruppe mit 90 Frauen, wo drei Babys mit Lungenproblemen zur Welt kamen und neun Kinder verstarben. Die Todesfälle, so der „Spiegel“, standen ebenfalls nicht in einem Zusammenhang mit der Studie.

Fazit

Der Versuch einer Indikationserweiterung für Viagra, das in erster Linie bei erektiler Dysfunktion beim Mann zum Einsatz kommt, ist auf tragische Weise gescheitert. Wieder einmal hat die marode Wissenschaft der Schulmedizin dafür gesorgt, dass Todesfälle zu beklagen sind. Wieder einmal hat diese Wissenschaft geglaubt, dass gesundheitliche Probleme nur deswegen gegeben sind, weil man nicht genug von diesen oder jenen Tabletten schluckt. Und wieder einmal hat diese Wissenschaft bewiesen, dass sie zu nichts taugt, außer die Beerdigungsunternehmen zu beschäftigen.

Der Umgang der Mediziner mit Wissenschaft ist für einen Naturwissenschaftler im höchsten Maße irritierend. Wo früher randomisierte, placebokontrollierte, prospektive klinische Studien der goldene Standard waren, sind es heute Metaanalysen, die die Grundlage für solche Studien bilden. Dabei sind in der Naturwissenschaft weder Metaanalysen, noch randomisierte Studien Beweise für irgendwas. Sie beschreiben lediglich statistische Zusammenhänge, für die die kausale Erklärung erst noch gefunden werden muss. Für die schulmedizinische Wissenschaft ist ein statistischer Zusammenhang immer schon gleich Beweis, was in diesem Fall wieder einmal evidenzbasiert zur Katastrophe geführt hat.

Fazit vom Fazit:

Schon wieder ein neuer Skandal. Wir hatten erst neulich den Skandal mit den verunreinigten Sartanen (Blutdrucksenker Valsartan Rückruf – Seit Jahren „verunreinigt“ – Schon wieder ein Medikamentenskandal?).

Wäre eine solche Studie von einem Institut für Homöopathie oder Naturheilkunde durchgeführt worden und hätte ähnliche Ergebnisse geliefert (rein hypothetisch, weil es so etwas bislang nicht gegeben hat) wie sähe dann die Reaktion von Schulmedizin und der ihr hörigen Medienwelt aus?

Ich bin mir sicher, dass dann ein massiver Aufschrei der Entrüstung durch den Blätterwald rauscht und ein sofortiges Verbot durch die Politik durchgesetzt würde.


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