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Die Mutter aller Blackouts: Am 20. März kommt ein astronomisches Mega-Cocktail

Redaktion

 

In diesem Frühjahr werden zahllose »Sternengucker«, insbesondere in Großbritannien, auf ihre Kosten kommen. Zeitgleich kommt es zur größten Sonnenfinsternis seit 15 Jahren und zu einem sogenannten »Supermond« − und dieses bemerkenswerte Zusammentreffen wird etwa zwei Stunden andauern und die Insel in entsprechendes Zwielicht tauchen

 

 

 

Eine solche »Supermond-Finsternis«, wie diese Erscheinung auch genannt wird, ist eine astronomische Anordnung, bei der sich der Mond auf seiner Umlaufbahn genau zwischen Sonne und Erde schiebt und so die Sonne verfinstert. Dieses Ereignis wird am 20. März um 8:40 Uhr mittlerer Greenwich-Zeit (GMT) beginnen.

 

In Schottland wird man das Schauspiel am besten beobachten können. 98 Prozent des Himmels werden dort dann verdunkelt sein, verglichen mit nur 85 Prozent im Süden Englands. In anderen Regionen Englands wird sich der Himmel nur um 30 Prozent verfinstern.

 

Bereits 2006, 2008 und 2011 kam es zu ähnlichen Finsternissen, aber keine von ihnen erreichte die Stärke der nun kommenden Supermond-Sonnenfinsternis; eine Ausnahme bildete die Finsternis im Jahre 1999.

 

Die nächste Sonnenfinsternis wird dann erst drei Jahre später − also 2018 – eintreffen. Aber erst 2026 wird es zu einer ausgeprägten Sonnenfinsternis kommen. Auf die nächste Supermond-Sonnenfinsternis von der Größenordnung der Finsternis des Jahres 1999 und der nun erwarteten Finsternis werden wir bis 2090 warten müssen.

 

Das Besondere an einer Supermond-Sonnenfinsternis ist die größere Nähe des Mondes zur Erde, erläuterte Dr. Edward Bloomer von der Königlichen Sternwarte in Greenwich. Im März wird der Mond uns so nahe sein wie seit mehr als 18 Jahren nicht mehr.

 

»Die Erde umkreist die Sonne und [da ihre Bahn keinen Kreis, sondern eine Ellipse bildet] ist sie der Sonne manchmal ein bisschen näher und dann wieder ein wenig weiter entfernt von ihr. Zugleich dreht sich die Erde auch etwas unrund um ihre eigene Achse«, zitiert ihn die britische Tageszeitung The Telegraph.

 

»In ähnlicher Weise bildet die Mondbahn um die Erde herum ebenfalls eine Ellipse und verläuft zudem etwas geneigt. Daher ist eine Konstellation, bei der Sonne, Erde und Mond genau auf einer Linie liegen, sehr selten«, meinte er weiter.

 

Wenn der Mond dann der Erde noch besonders nahe sei, komme es zu einer totalen und nicht nur zu einer partiellen Sonnenfinsternis, erklärte er. Genau eine solche Situation eines »Supermonds« tritt am 20. März ein, und dann wird unser Erdtrabant uns kurz vor dem 20. März als gigantischer leuchtender Himmelskörper erscheinen.

 

Das Einzige, was den Engländern den Anblick dieses astronomischen Ereignisses noch verhageln könnte, ist das Wetter. Sollte der Himmel bedeckt sein und es regnen, wäre ein direkter Blick unmöglich.

 

Sollte der Himmel aber klar und wolkenlos sein, böten sich aufgrund der größeren Nähe, die den Mond 15 Prozent größer erscheinen lässt, und der besonderen Lichtverhältnisse, dem Betrachter Einblicke in Details der Mondoberfläche, die sonst mit bloßem Auge nicht zu erkennen wären. Aber dieses Ereignis weckt nicht nur Begeisterung, sondern ruft auch Besorgnisse hervor. Viele Briten befürchten, es könnte zu Stromausfällen kommen.

 

Nach Angaben des britischen Übertragungsnetzbetreibers National Grid wird die Menge des aus Sonnenenergie erzeugten Stromes in den späten Morgenstunden um etwa die Hälfte zurückgehen. Dennoch wird Großbritannien diesen Einbruch relativ unbeschadet überstehen, da Sonnenenergie nur etwa 1,5 Prozent des britischen Strombedarfs deckt.

 

Auf dem europäischen Festland sieht es da schon anders aus. Bis zu zehn Prozent des Energiebedarfs wird aus erneuerbaren Energien bereitgestellt, was eine größere Abhängigkeit von der Sonneneinstrahlung bedeutet.

 

Zugleich geht man aber davon aus, dass der Stromverbrauch in der Beobachtungszeit sinken wird, da sich mehr Personen draußen aufhalten werden, wenn es zu einem Absinken der Sonnenenergie kommt.

 

Wie die britische Tageszeitung The Independent berichtet, steigt nach Ansicht des Verbandes Europäischer Übertragungsnetzbetreiber (ENSO-E) »aufgrund der zunehmenden Stromerzeugung durch Photovoltaik-Anlagen das Risiko eines Zwischenfalls ohne angemessene Gegenmaßnahmen deutlich an«.


»Innerhalb von Minuten wird die Stromerzeugung durch Sonnenenergie von 17,5 GW auf 6,2 GW sinken und dann später wieder auf 24,6 GW ansteigen. Dies bedeutet, dass sich das System innerhalb von 30 Minuten auf einen Lastwechsel von -10 GW bis zu +15 GW anpassen muss«, erklärte Patrick Graichen, Geschäftsführer von Agora Energiewende, einer Denkfabrik für erneuerbare Energie in Berlin, laut der Financial Times.

 

Während die Öffentlichkeit erst jetzt über die bevorstehende Supermond-Sonnenfinsternis informiert wird, bereiten sich die Energieunternehmen seit Monaten auf dieses Ereignis vor.

 

Und einige Versorger in Europa haben Notfallmaßnahmen erarbeitet, um im Bedarfsfall auf Stromlieferungen anderer Kraftwerke ausweichen zu können. Nach Ansicht von Experten werden mit einem ständig wachsenden Anteil der Sonnenenergie bei der Stromerzeugung derartige Notfallszenarien eine immer größere Rolle spielen.


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