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Die Milch macht´s nicht

21DEZ2014

 
    
Die Milch macht´s nicht

Milch und Milchprodukte gehören zu den am meist verbreitetsten Lebensmitteln. Seit Generationen wird die Botschaft „Milch ist gesund“ wie ein Mantra von Ärzten, Industrie, Landwirtschaft und Politik verkündet. Dabei ist Milch als Lebensmittel gänzlich ungeeignet. Sie ist schädlich, gefährlich und der viel beworbene Nutzen eine Lüge.

Milch ist ein wichtiges Grundnahrungsmittel. Milch ist gesund. Milch ist ein Bestandteil ausgewogener Ernährung. Milch macht groß und stark. Diese und etliche ähnliche Aussagen sind so fest in den Köpfen verankert, dass sie nicht angezweifelt werden. Im Gegenteil, es ist wie ein ungeschriebenes Gesetz, einfach allgegenwärtig und so wahr wie der Himmel blau, das Meer salzig ist oder die Nacht dunkel ist. Die Assoziation der gesunden Milch ist seit Jahrzehnten fest in den Köpfen der Gesellschaft verankert und wird von Generation zu Generation weitervermittelt. Damit keine Missverständnisse entstehen, die Rede ist von der weit verbreiteten Kuhmilch.

Die Milch macht´s nicht, die Werbung macht´s

Eine Ursache für den bestehenden Mythos der gesunden Milch ist sicherlich in der Werbung zu finden. Noch heute ist der Slogan „Milch macht müde Männer munter“ vielen bekannt. Der Werbeslogan der westdeutschen Milchwirtschaft entstand in den 50er Jahren und hat einen so hohen Bekanntheitsgrad, dass er, manchmal auch in ironischen Abwandlungen, in den allgemeinen Sprachgebrauch geflossen und zum geflügelten Wort geworden ist. Auch Werbeslogans wie „Müllermilch-gibt dem Körper was er braucht“, „Milch ist meine Stärke“, „Die Milch macht´s“ oder „Die Extra Portion Milch“ sind zu augenscheinlichen Wahrheiten über die Milch geworden.

Selbst das Bundesministerium für Gesundheit empfiehlt täglich drei Portionen Milch und Milchprodukte zu konsumieren. Eine Portion entspricht 200 Milliliter Milch, 180 – 250 Gramm Joghurt, 200 Gramm Topfen, 200 Gramm Hüttenkäse oder 50 bis 60 Gramm Käse. Ärzte propagieren den täglichen Milchkonsum ebenfalls. In der Broschüre „Empfehlungen zur Gesundheitsvorsorge“ steht: „Nach den gesetzlichen Mutterschaftsrichtlinien (<Gemeinsamer Bundesausschuss der Ärzte und Krankenkassen>, Bundesministeriums für Gesundheit und soziale Sicherung), sollen Schwangere und Wöchnerinnen über ernährungsmedizinische Empfehlungen zur Gesundheitsförderung beraten werden. Die folgenden Empfehlungen und Informationen basieren auf der Grundlage aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse […]Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass die empfohlene Tageszufuhr an Kalzium für Schwangere und Stillende (1000–1200 mg Kalzium pro Tag) im Durchschnitt nur zu 50 % erreicht wird. Obwohl aus den mütterlichen Knochen reichlich Kalzium „entnommen“ werden kann, sollte man die Kalziumverarmung des mütterlichen Skelettsystems nicht ignorieren. Durch den Verzehr von 3 bis 4 Portionen Milch oder Milchprodukten (1 Portion = 200 ml Milch, 1 Joghurt, 30 g Käse) lässt sich der Bedarf decken.“

Milch steht vor allem wegen des hohen Kalziumgehalts dafür die optimale Ernährung zur Festigung der Knochen zu sein und Osteoporose vorzubeugen. Außerdem sollen Kinder durch regelmäßigen Milchkonsum groß und stark werden. Der Mythos Milch ist genaugenommen das – ein Mythos. Milch kann die Versprechen mit denen sie assoziiert wird nicht halten. Keine von den angeblichen positiven Eigenschaften kann die Milch erfüllen. Etliche Studien belegen dies und kommen sogar zum Ergebnis, dass Milch ein völlig ungeeignetes Lebensmittel ist, sowohl für Kleinkinder, Erwachsene oder ältere Menschen, die gerne dem Knochenschwund mit Milchkonsum entgegenwirken möchten. Milch ist in vielerlei Hinsicht schädlich für den menschlichen Körper. Zum einen ist die Milch wegen ihrer Zusammensetzung an sich eine Belastung für den Organismus und zum anderen bringen die Verarbeitung und die Massenproduktion zusätzliche Probleme mit sich.

Hoher Milchkonsum erhöht das Sterberisiko um 90 Prozent

WTO Milch 1

Eine kürzlich veröffentlichte Langzeit-Studie aus Schweden zu regelmäßigen Milchkonsum hat zuletzt weltweit für Aufsehen gesorgt. Die Studie wurde vom schwedischen Forschungsrat finanziert und vom Forschungsteam um Karl Michaelsson von der Universität Uppsala durchgeführt. Die im „British Medical Journal“ veröffentlichte Studie machte im Kern zwei Aspekte deutlich. Zum einen konnte kein positiver Effekt zur Osteoporoseprophylaxe bei regelmäßigem Milchkonsum festgestellt werden, bei Frauen kam es tendenziell zu mehr Frakturen. Die zweite Schlussfolgerung nach Auswertung des Datenmaterials besagt, dass ein Zusammenhang zwischen der Milchkonsummenge und einem erhöhten Sterberisiko besteht.

Die Wissenschaftler werteten Daten von 61.433 Frauen und 45.339 Männern aus. Die Frauen waren zum Beginn der Studie in den 80er Jahren zwischen 39 und 74 Jahre alt und waren Teilnehmerinnen einer schwedischen Mammografie-Kohorte. Sie wurden im Schnitt über einen Zeitraum von 20 Jahren begleitet. Im Zeitraum der Studiendauer starben 15.541 der Frauen und 17.252 erlitten einen Knochenbruch, wovon 4259 sich eine Fraktur der Hüfte zuzogen. Die Männer waren Teil einer schwedischen Kohorte, die später, in den 90er Jahren, zu der Studie stießen und im Schnitt elf Jahre begleitet wurden. Sie waren zwischen 45 und 79 Jahre alt bei Studienbeginn. In dieser Gruppe starben 10.112 der Teilnehmer, 5066 erlitten einen Knochenbruch, davon 1166 eine Hüftfraktur. Eingerechnet in die Studie wurden neben den Ernährungsgewohnheiten zahlreiche Faktoren wie Body-Mass-Index, Alkoholkonsum, vorliegende Krankheiten, Bildungsgrad oder sportliche Betätigungen.

Bei den Frauen, die weniger als ein Glas Milch pro Tag tranken gab es eine jährliche Todesrate von 10,7 pro 1.000 Teilnehmerinnen. Bei denjenigen mit einem Konsum von eins bis zwei Gläsern pro Tag starben 12,6 pro 1.000 und die Gruppe mit einem Milchkonsum von bis zu drei Gläsern hatte eine Todesrate von 15,4 Teilnehmerinnen pro 1.000. Mit einer Sterberate von 17,7 Frauen lag die Gruppe der Frauen, die einen Milchkonsum von mindestens drei oder mehr Gläsern Milch am Tag konsumierten. Unter Einbeziehung aller weiteren Faktoren ergibt sich aus der Studie ein 15 Prozent höheres Risiko eines frühzeitigen Todes für jedes zusätzliche tägliche Glas Milch. Bei den Männern waren die Unterschiede deutlich geringer. Da lag die Sterberate zwischen dem geringsten und größten Milchkonsum bei 18,2 zu 20,7 pro 1.0000 Teilnehmer jährlich. „Frauen, die drei Gläser Milch oder mehr am Tag tranken, hatten ein 90 Prozent höheres Todesrisiko, ein 60 Prozent höheres Hüftbruch-Risiko und ein 15 Prozent höheres Risiko bei Brüchen allgemein verglichen zu denen, die weniger als ein Glas tranken“, sagt Karl Michaelsson von der Universität von Uppsala.

Im Verdacht dieses negativen Effektes der Milch haben die Wissenschaftler den Milchzucker, konkreter die Galaktose. Der Milchzucker Laktose setzt sich aus den beiden Einfachzuckern Galaktose und Glukose zusammen. Das Verabreichen von Galaktose in Tierversuchen ist ein etabliertes Modell für vorzeitiges Altern, erklären die Wissenschaftler in der Studie. Vereinfacht ausgedrückt, soll für Versuchszwecke ein Labortier vorzeitig altern, wird ihm Galaktose verabreicht. Menschen, die aufgrund eines genetischen Defekts Galaktose in größeren Mengen im Blut und in den Geweben sammeln, haben zusätzlich zum beschleunigten Alterungsprozess ein größeres Risiko chronische Erkrankungen zu erleiden.

Die Studie ist ein weiterer Beleg dafür, dass es eine irrige Annahme ist, Milch könnte Osteoporose vorbeugen. Auch die internationale Statistik zeigt, dass eher das Gegenteil eintrifft, denn Länder mit dem größten Konsum von Kuhmilch haben die höchsten Osteoporose Erkrankungen. Diese Länder haben gleichzeitig eine Bevölkerung mit der größten Kuhmilchunverträglichkeit. Länder die historisch gesehen wenig oder keine Kuhmilch konsumierten, vertragen auch heute keine Kuhmilch und leiden deutlich weniger an Osteoporose.

WTO Milchunvertraeglichkeit

Obwohl in Afrika und Asien die größte Milchunverträglichkeit in der Gesellschaft besteht, gibt es dort weltweit die geringsten Erkrankungen an Osteoporose. In Europa ist die höchste Osteoporoserate in Schweden zu finden. Die Schweden vertragen zu 97 Prozent Milchzucker und konsumieren 99,4 Kilogramm pro Kopf im Jahr. Frankreich hat die geringste Osteoporoserate in Europa, bei einer Verträglichkeit von Milchzucker bei 58 Prozent der Bevölkerung und einem jährlichen pro Kopf Konsum von 59,2 Kilogramm. Selbst unter Einbeziehung der geringeren Lebenserwartung in Asien oder dem genetischen Vorteil der Afrikaner mit einem höheren „peak bone mass“, welches für die höchste Knochendichte steht, scheint Kuhmilch keinen Schutz vor Osteoporose zu bieten. Die Studie der schwedischen Wissenschaftler ist derzeit die aktuellste und medial bekannteste, doch sie steht nicht alleine da mit der Behauptung Kuhmilch sei als Lebensmittel eher schädlich denn nützlich.

Die Studie und die Statistik werden von der Studie des National Institutes of Haelth der University of California unterstützt, die im American Journal of Clinical Nutrition (2001) veröffentlicht wurde und zu dem Ergebnis kam, dass “Frauen, die das meiste Eiweiß aus tierischen Nahrungsmitteln aufnahmen, eine dreifach höhere Knochenschwundrate und eine 3,7-fach höhere Hüftfrakturrate aufwiesen als Frauen, die das meiste Eiweiß aus pflanzlichen Quellen bezogen”.

Das ist drin in der Milch

Der hohe Kalziumgehalt der Milch ist weithin bekannt. Kein Lebensmittel ist so reich an Kalzium wie die Kuhmilch. Als was dient die Milch noch, außer als fragwürdiger Kalziumlieferant? 87,5 Prozent der Kuhmilch ist Wasser und 4,8 Prozent sind Kohlenhydrate bzw. Milchzucker (Laktose). Der Anteil von Milchfett beträgt um die 4 Prozent und enthält die Vitamine A, D, E und K. Das Milcheiweiß (80 Prozent Kasein und 20 Prozent Molkenprotein) macht 3,5 Prozent aus und etwa 0,8 Prozent sind Spurenelemente und Mineralien wie in erster Linie Kalzium, Eisen, Natrium, Kalium, Magnesium, Phosphor, Jod und Zink. In geringem Maße sind in der Milch auch die wasserlöslichen Vitamine C, B1, B6 und B12 enthalten. Außer Kalzium sind alle Vitamine, Spurenelemente und Mineralien nur in geringen Mengen vorhanden. Zur Versorgung dieser Nährstoffe gibt es zahlreiche andere Lebensmittel, die wesentlich besser geeignet sind als Milch. Selbst beim Kalzium versorgen grüne Gemüse mit weniger Kalziumgehalt als Milch den Körper mehr, als das Kalzium aus der Milch.

Weltweit steigende Milchunverträglichkeit

Eine Milchunverträglichkeit kann auf zweierlei Inhaltsstoffe der Milch zurückzuführen sein. Einmal reagieren Menschen auf das Kasein (Milcheiweißallergie) und zum anderen auf die Laktose (Laktoseintoleranz). Bei der Milchallergie handelt es sich um eine im medizinischen Sinne herkömmliche Allergie gegen die Eiweißbestandteile der Kuhmilch. Einer Laktoseintoleranz hingegen liegt aus medizinischer Sicht eine ganz andere Ursache entgegen.

Laktose oder der Milchzucker ist ein Zucker der sich aus den Einfachzuckern Galaktose und Glukose zusammensetzt. Eigentlich ist eine Laktoseintoleranz eine ganz normale Reaktion des Körpers und keine Krankheit, denn in der Natur ist ein Milchkonsum nach dem Säuglingsalter bei keinem Säugetier vorgesehen. Alle gesunden Säugetiere bilden während der Stillzeit das Enzym Laktase, welches den Milchzucker in D-Galaktose und D-Glukose aufspalten kann. Im Laufe der Entwöhnung sinkt die Produktion des Enzyms auf fünf bis 10 Prozent und verschwindet im Erwachsenenalter in der Regel ganz. Kuhmilch bzw. jede Säugetier-Milch ist nicht vorgesehen für den Konsum nach dem Säuglingsalter, egal ob für den Menschen oder für Säugetiere. Den sogenannten Vorteil den die heutigen Europäer haben liegt in einem Evolutionssprung, der sich vor etwa 6.000 Jahren ereignete. Die Menschen am Süd-Ural begannen Viehzucht zu betreiben und ihre Tiere zu melken, um Milch als Nahrungsmittel zu verwenden. Dadurch wurde über die Produktion des Enzyms auch im Erwachsenenalter fortgesetzt. Diese Mutation hat dazu geführt, dass heute viele Europäer noch im Erwachsenenalter Laktase produzieren (Laktasepersistenz), um Milch verdauen zu können.

Krankmacher Milch

WTO Milch 4Ein gutes Beispiel wie paradox das allgemeine Verständnis von augenscheinlich gesundmachender bzw. bewiesenermaßen krankmachender Milch ist, zeigt das Beispiel der Hauskatze. Katzen lieben Kuhmilch und die Milch trinkende Katze ist für die meisten Menschen ein eigentlich normales Bild. Dennoch wissen Katzenbesitzer heute im Allgemeinen, dass Milch für erwachsene Katzen schädlich ist, denn sie führt zu Nierenschäden. Es stellt sich die berechtigte Frage warum wirklich alle Tierärzte den Katzenbesitzern raten ihren Tieren niemals Kuhmilch zu geben, aber Humanmediziner den Konsum von Milch propagieren.

Da Milchzucker, sowie das Milcheiweiß, für den Menschen schwer zu verdauen sind, kommt es nach Aussagen etlicher Studien zu einer krankmachenden Wirkung, sollte Milch dauerhaft konsumiert werden. „Insulin-abhängiger Diabetes (Typ I oder juveniler Diabetes) wird mit Milchprodukten in Verbindung gebracht“, erläuterte eine im American Journal Clinical Nutrition veröffentlichte Studie bereits 1990 und auch die European Association fot the Study of Diabetes erklärte im Journal Diabetologia 1994 „Milchprodukte in frühem Alter und hoher Milchverzehr während der Kindheit können das Risiko der Entwicklung von juvenilem Diabetes erhöhen“. Das New England Journal of Medicine veröffentlichte 1992 eine Studie, in der im Tierversuch der Zusammenhang von Diabetes und Milchkonsum untersucht wurde. Das Resultat: „Diabetes tritt bei Ratten mit Veranlagung zu Diabetes nicht auf bei einer kuhmilchfreien Ernährung während den ersten zwei bis drei Monaten ihres Lebens, was darauf hindeutet, dass Kuhmilchprotein (Kasein) diese Krankheit auslösen kann“.

Seit Beginn dieses Jahrtausends steht Milch auch im Verdacht Auto-Immunerkrankungen auszulösen. „Kanadische Forscher sind im Jahre 2001 mit Studienergebnissen an die Öffentlichkeit getreten, die darlegen, dass Typ I Diabetes und MS immunologisch sehr ähnliche Erkrankungen sind, kaum voneinander unterscheidbar. Bei beiden Erkrankungen erstreckt sich die Autoimmunreaktion sowohl auf die Bauchspeicheldrüse, wie auf das bei MS betroffene Nervengewebe. Und in beiden Fällen sind Immunreaktionen auf Kuhmilchproteine involviert“, schrieb das Journal Immunol im Februar 2001.

Der Salzburger Allgemein- und Kinderarzt Dr. Konrad Werthmann konnte in seiner 30-jährigen Tätigkeit feststellen, dass Babys, die mit Kuhmilch ernährt wurden ein erhöhtes Risiko haben an rheumatischen und Auto-Immunerkrankungen zu leiden, weil die Darmflora von Anfang an gestört ist. Dazu gehören Gelenkerkrankungen, wie Rheumatoide Arthritis, Reiter-Krankheit und Bechterew-Krankheit. Zu den Bindegewebserkrankungen gehören Systemischer Lupus erythematodes (SLE), Dermatomyositis und Sjögren-Syndrom sowie die chronisch entzündlichen Darmerkrankungen Colitis ulcerosa, Morbus Crohn sowie die Nervenerkrankung Multiple Sklerose (MS). Babys produzieren bis zum ersten Lebensjahr nicht die notwendigen Enzyme zur Verdauung der Milcheiweiße und Milchfette der Kuhmilch. Sie zerstören den Aufbau einer gesunden Darmflora. Die beiden Immunologen Dr. Sidonia Fagarasan (Riken-Institut Yokohama) und Professor Tasuku Honjo (Universität Kyoto) haben in einem international viel beachteten Laborversuch an menschlichen Darmzellen nachgewiesen, dass ein Übergewicht an krankmachenden Darmbakterien zu einer chronischen Entzündung der feinen Darmschleimhaut und letztlich zu einer Aktivierung bzw. Übererregbarkeit der gesamten körpereigenen Immunabwehr führt (Fachjournal Nature Reviews Immunology/Januar 2003).

Zusätzlich verstärken die unverdaulichen tierischen Eiweiße und die in tierischen Fetten enthaltene Arachidonsäure die Entzündungsreaktionen, was die Schleimhautzellen des Darms auseinander drückt. In der Folge wird der Darm durchlässiger, was seit Anfang der 90-Jahre als "Leaky-Gut-Syndrom" (durchlässiger Darm) gilt. Dadurch gelangen unzureichend aufgespaltene Nahrungseiweiße und Verdauungstoxine ins Blut, die dann in der Leber zwecks Entgiftung zerlegt werden. Die daraus entstehenden freie Radikale, die über die Gallenflüssigkeit wieder in den Darm gelangen, reizen den Darm erneut. Darin sehen ganzheitlich orientierte Mediziner die Ursache der meisten Auto-Immunerkrankungen.

Kuhmilch und Milchprodukte spielen auch bei hormonbedingten Krebserkrankungen eine Rolle, was auf der Erhöhung des Hormons „Insulin-like growth factor“ (IGF-I) beruht (The insulin-like growth factor system in cancer prevention: potential of dietary intervention strategies. Cancer Epidemiol Biomarkers Prev. 2005). Das in der Kuhmilch enthaltene IGF-I wurde bei zwei Studien in erhöhten Konzentrationen im Blut bei Menschen mit regelmäßigem Milchkonsum gefunden (A cross-sectional analysis of the association between diet and insulin-like growth factor (IGF)-I, IGF-II, IGF-binding protein (IGFBP)-2, and IGFBP-3 in men in the United Kingdom. Cancer Causes Control/2012 und Contributions from the European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition (EPIC) study. Eur J Cancer/2010). Die 2012 veröffentlichte Studie um das Wissenschaftsteam Leitzman, Rohrmann und Allen fand einen Zusammenhang zwischen fettarmer Milch und erhöhtem Risiko einer Prostataerkrankung, das auf zu viel Kalzium aus Milch zurückgeführt wurde.

Mit Milchprodukten werden 65 Prozent aller durch Nahrung aufgenommenen Östrogene (sowie deren Metabolite) konsumiert. Da sie das Zellwachstum beeinflussen, sind sie mitverantwortlich für das Entstehen von für Brust-, Eierstock- und Prostatakrebs, wie die Studie Quantitative measurement of endogenous estrogen metabolites, risk-factors for development of breast cancer, in commercial milk products by LC-MS/MS von 2009 belegt. Die Studie A case-control study of galactose consumption and metabolism in relation to ovarian cancer von 2000 zeigte, dass zudem der Milchzucker Galaktose mit Eierstockkrebs verbunden ist. Auch eine Studie der Harvard University setzte pasteurisierte Kuhmilch aus industriellen Milchbetrieben mit hormonbedingten Krebserkrankungen in Verbindung. „Hinsichtlich der Östrogenbelastung für den Menschen macht uns Kuhmilch am meisten Sorgen, da sie eine beträchtliche Menge an weiblichen Geschlechtshormonen enthält. Das krebserregende Potential von natürlichen Östrogenen sei bis zu 100.000-mal höher als beispielsweise jenes von hormonähnlichen Substanzen in Pestiziden“, erklärte Leiterin der Studie Dr. Ganmaa Davaasambuu.

Die Milchproduktion und –verarbeitung

WTO Milch 3Trotz sinkender Anzahl von Milchkuhhaltern und Milchkühen in Deutschland konnte die Leistung der bestehenden Milchkühe fortlaufend gesteigert werden. Zwischen 1990 und 2011 wuchs die pro Kuh erzeugte Milchmenge um rund 55 Prozent. Eine Milchkuh produziert bis zu 40 Liter Milch am Tag, besonders leistungsfähige Kühe sogar bis zu 80 Liter Milch. Aus dieser Massenproduktion von Milch ergeben sich logischerweise zahlreiche Probleme. Milch an sich enthält von Natur aus Hormone und Wachstumsfaktoren, die im Körper der Kuh produziert werden. Zusätzlich werden in einigen Staaten zusätzlich synthetische Hormone wie rekombinantes Rinder-Wachstumshormon (rBGH) den Milchkühen injiziert, um den Ertrag zu erhöhen. In Deutschland kommt wieder vermehrt das Medikament „kexxtone“ zum Einsatz, welches erst am 28. Januar 2013 durch die EU-Kommission zugelassen wurde. Am 19. Juli 2013 erkundigte sich die agrarpolitische Sprecherin der Linksfraktion nach dem Medikament „kexxtone“ und fragte die Bundesregierung: “Wie bewertet die Bundesregierung den zunehmenden Einsatz des Medikaments „kexxtone“ zur Leistungssteigerung und Krankheitsprävention in der Milchviehhaltung angesichts des Umstandes, dass der darin enthaltene Wirkstoff „Monensin“ seit 2006 EU-weit als Futterzusatzstoff verboten wurde, und auf welche wissenschaftlichen Erkenntnisse basiert die Vorgabe, dass die Milch ohne Wartezeit nach der Applikation des Medikaments in den Handel gehen kann?”

Die Bundesregierung hat sich aufgrund der vorgelegten Unterlagen und Studien hinsichtlich der Kriterien zur Qualität, Wirksamkeit und Unbedenklichkeit sowie des Nutzen-Risiko-Verhältnisses für die Zulassung ausgesprochen. Auch die Abgeordneten Friedrich Ostendorff, Harald Ebner, Bärbel Höhn, weitere Abgeordnete und die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN stellten zu diesem Thema Fragen, nämlich: „Wie unterscheidet sich die Formulierung von „kexxtone“ gegenüber den bis lang eingesetzten Antikokzidia bzw. gegenüber den bis 2006 eingesetzten Leistungsförderern?“

Die Bundesregierung erklärte den Unterschied wie folgt: „kexxtone enthält den Wirkstoff Monensin. Monensin ist ein antimikrobiell wirksames Mittel aus der Gruppe der Ionophore. Ionophore wurden dem Futter früher als Wachstumsförderer zugesetzt und bei Rindern und Schweinen angewendet, weil Ionophore eine wachstumsfördernde Wirkung durch die S ion von Bakterien im Magen-Darm-Trakt verursachen. In der EU ist Monensin deshalb seit 2006 zur Anwendung als Wachstumsförderer verboten. Die früher als Futtermittelzusatzstoffe eingesetzten Präparate wurden als Pulver mit dem Futter verabreicht. Der Unterschied zu der früheren Anwendung liegt darin, dass Monensin in kexxtone als Tierarzneimittel zur Einzeltierbehandlung zur Vorbeugung einer Krankheit eingesetzt wird. Es handelt sich um ein intraruminales (in den Pansen eingesetztes) System, das individuell oral verabreicht wird. Die Indikation des Arzneimittels kexxtone ist die Senkung der Häufigkeit von Ketosen bei Milchkühen und Färsen in der peripartalen Phase (nach dem Abkalben), bei denen das Auftreten einer Ketose zu erwarten ist“.

Es gibt kaum Kontrollen inwieweit kexxtone eingesetzt wird und Mißbrauch ist zu befürchten. Zudem sind Milchkühe aufgrund der Milchproduktion ständig trächtig und kalben jedes Jahr. Die Ketose ist allerdings auch nur ein Problem für Milchkühe. Die übermäßige Milchproduktion führt nicht nur zu Ketosen bei Milchkühen, sondern auch zur Mastitis oder Entzündungen der Brustdrüsen. Dadurch gelangt auch Eiter in die Milch. Zur Behandlung werden Antibiotika verabreicht, die auch schon in der Milch und Milchprodukten gefunden wurden. Pestizide, polychlorierte Biphenyle (PCB) und Dioxine sind weitere Verunreinigungen in der Milch, die bereits nachgewiesen wurden.

Neben den Medikamenten sind bakterielle Verunreinigungen ein Problem. „Milch ist eine hervorragende Trägerflüssigkeit für Infektionen, weil ihr Fettgehalt Krankheitserreger vor der Magensäure schützt und sich als Flüssigkeit eine relativ kurze Magenpassage aufweist“, war ein Ergebnis einer im Journal oft the American Medical Association veröffentlichten Studie. Während Lacto-Bakterien durch das Pasteurisieren abgetötet werden, macht dieser Prozess pathogenen Bakterien nichts aus. „Listeria-Erreger aus Kuhmilch überlebten die Pasteurisation, vermehren sich gut bei Kühlschranktemperaturen und wurden vom Verbraucher verzehrt (…) Diese Ergebnisse unterstützen die Annahme, dass menschliche Listeriose eine durch Nahrungsmittel übertragbare Krankheit sei und werfen Fragen bezüglich des Erfolgs der Pasteirisation auf, eine große Verunreinigung durch Listerien in kontaminierter Rohmilch zu vernichten“, wusste das New England Journal of Medicine bereits 1985. Selbst das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft zeigt sich besorgt über die Zunahme der Erkrankungen in der Bevölkerung durch Listeriose. „Einen Anstieg gab es bei den menschlichen Erkrankungen durch Listeriose. Die Anzahl von Listeriosefällen beim Menschen erhöhte sich in der EU um 19,1 Prozent im Vergleich zum Jahr 2008 mit 1.645 Fällen im Jahr 2009. In Deutschland wurde sogar ein Anstieg um 28 Prozent beobachtet, insgesamt wurden 394 Erkrankungen gemeldet. Die genauen Ursachen für die seit einigen Jahren beobachtete Zunahme der Listeriosefälle sind unbekannt; Experten vermuten, dass geänderte Lebens- und Essgewohnheiten in der Bevölkerung hier eine Rolle spielen könnten. Trotz der ansteigenden Fallzahlen werden in verzehrfertigen Lebensmitteln überhöhte Keimzahlen des Erregers Listeria monocytogenes bislang nur selten nachgewiesen. Nachweise des Erregers wurden in Fleischerzeugnissen, verzehrfertigem Fisch, Weichkäse und sonstigen Milcherzeugnissen geführt.“

Fazit

Milch muss als das gesehen werden, was sie heute ist. Ein industriell verarbeitetes Kunstprodukt, welches dem menschlichen Organismus eher schadet als nützt. Sie wirkt säurebildend, bietet keinen Nutzen zur Osteoporoseprophylaxe, steht im Verdacht durch ihre Zusammensetzung zahlreiche Krankheiten, darunter Krebs, zu begünstigen, kann in vielfältiger Weise verunreinigt sein, ist ein guter Überträger von krankmachenden Bakterien und ist vor allem moralisch wegen der Art und Weise wie Milchkühe gehalten werden mehr als fragwürdig. Wie zuletzt die schwedische Studie zeigte ist Milch sogar verantwortlich für frühzeitiges sterben. Milch ist unnütz und ungesund. Dies Belegen etliche Studien seit den 80er Jahren. Dennoch gehören Milch und Milchprodukte zu einem beachtlichen Teil der täglichen Nahrungsmittel, weil die Werbung, die Industrielobby, Ärzte und die Politik die Augen vor den Tatsachen verschließen. Als mündiger Verbraucher kann jedoch jeder für sich selbst entscheiden.


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