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Homöopathie – Wie Hardcore-Mediziner ihre Interessen durchsetzen wollen

26. Mai 2018 | Von  

Sie können es nicht lassen und wollen die Homöopathie komplett verbieten!

Die Gegner der Homöopathie, die immer wieder versuchen Ansatzpunkte zu finden, die Homöopathie zu diskreditieren, auch wenn die angeblichen Fakten aus der Gerüchteküche stammen.

Im Jahr 2010 gab es schon mal die Bestrebung, die Homöopathie abzuschaffen: Homöopathie sofort streichen! Die Begründungen hierfür waren eher geeignet, die Schulmedizin abzuschaffen.

Homöopathie nur deswegen als wirkungslos zu beschreiben, weil gewisse pharmakologische Konzentrationen von Wirkstoffen nicht gegeben sind, übersieht die Tatsache, dass Heilung nicht immer etwas mit synthetischen Substanzen und deren Konzentrationsgraden zu tun hat. Wenn dem so wäre, warum versagen dann so viele hochkonzentrierte Pharmazeutika bei der Behandlung von chronischen Erkrankungen?

Ein weiteres Beispiel kommt aus dem Jahr 2017, wo SPD und „Spiegel“ die Homöopathie abgeschafft sehen wollen: SPD gegen Homöopathie – Toll! Hier kommt noch ein Schlenker hinzu. Und der bezieht sich auf die „Sicherheit für den Verbraucher“, der bei der Homöopathie angeblich nicht gewährleistet sein soll. Denn, weil die homöopathischen Präparate keine Wirkstoffe enthalten, deswegen halten sie besonders viele Nebenwirkungen bereit. Selbst unter ernstzunehmenden Pharmakologen wird dieses Ammenmärchen mit Befremden aufgenommen. Denn hier gilt eine Regel, die besagt, dass ohne Wirkung keine Nebenwirkungen und umgekehrt, ohne Nebenwirkungen keine Wirkungen zu erwarten sind. Diese Logik auf die Vorwürfe von SPD und „Spiegel“ angewendet, entlarvt den vollkommenen pharmakologischen Unsinn für ein Medikament, das angeblich nicht wirkt, weil es keine Inhaltsstoffe hat. Wo sollen da die Nebenwirkungen herkommen?

Darum schließt man messerscharf …

Auch wenn noch so hanebüchene Argumente gegen die Homöopathie hervorgebracht werden, deren abstruse Logik die intellektuelle Kompetenz der Homöopathiekritiker nur zu deutlich infrage stellt, werden jene nicht müde, nach neuen Möglichkeiten zu suchen, ihr Ziel mit allen möglichen Mitteln zu erreichen.

Der sogenannte „Münsteraner Kreis“ ist so ein Sammelbecken von schulmedizinischen Homöopathieskeptikern, die es auf dessen Abschaffung abgesehen zu haben scheinen.

Ein berühmt-berüchtigtes Mitglied dieses Kreises ist Edzard Ernst, über den ich bereits einige Artikel verfasst hatte:

Weniger originell war die Begründung, die ähnlich wie bei den Impfungen gebetsmühlenartig wiederholt wurde.

Was sagt die Gebetsmühle?

Antwort: Homöopathie ist esoterisch, unwissenschaftlich etc. Hier sprechen übrigens fast immer Personen von „Esoterik“, die mir noch nicht einmal den Unterschied zwischen Esoterik und Exoterik erklären können. Ach Exoterik? So etwas gibt es auch? Na…, da weiß man ja mit wem man es zu tun hat.

Und mit dieser „Adelung dieser esoterischen Heilslehre“ müsste doch endlich Schluss gemacht werden – so die „Hardcore Schulmediziner“.

Stattdessen setzen sich die Münsteraner für den konsequenten Einsatz von evidenzbasierten medizinischen Therapien ein. Nach meinem Dafürhalten darf man unter den gegebenen Verhältnissen den Vorwurf einer „nicht wissenschaftlichen Heilslehre“ getrost an die Schulmedizin zurückreichen. Denn die Friedhöfe sind voll von Opfern der Schulmedizin, nicht von Opfern der Homöopathie! Belge, Beweise und Studien gibt es dazu genug!

Der Schulmedizin laufen bei chronischen Erkrankungen die Patienten weg

Da die Homöopathie gerade in den letzten Jahrzehnten hier in Deutschland einen enormen Zulauf zu verzeichnen hat, darf man davon ausgehen, dass das Geschäftsmodell „Schulmedizin“ einen ernsthaften Konkurrenten zu befürchten hat. Da man in der Schulmedizin aber weiß, dass ihre Effizienz bei chronischen Erkrankungen kaum der Rede wert ist, die der Homöopathie dagegen andere Erfolge aufzuweisen hat, muss man sich etwas einfallen lassen, diese Konkurrenz mundtot zu machen. Und das ist das Verbot! In diesem speziellen Fall wollte der „Münsteraner Kreis“ die Abschaffung der Zusatzbezeichnung Homöopathie durchsetzen. Das eine darf man mit dem anderen durchaus gleichsetzen!

Der Ärztetag und der Verbotsantrag zur Homöopathie

Und da kommt so ein Ärztetag gerade recht. Der Nachteil eines solchen Ärztetages ist, dass dort auch Ärzte vertreten sind, die homöopathisch therapieren und somit kaum geneigt sind, einem Verbotsantrag zuzustimmen. Außerdem ist evidenzbasiert kaum erklärbar, warum die Beliebtheit der Homöopathie bei den Patienten in den letzten Jahrzehnten derartig zugenommen hat, wenn die Homöopathie aufgrund von mangelnder Wirksamkeit keine Heilerfolge vorzuweisen hat beziehungsweise hätte. Oder gibt es wieder einmal etwas an dem Geisteszustand der mit Homöopathie behandelten Patienten auszusetzen?

Die Schulmedizin therapiert keine Ursachen, sondern in erster Linie Symptome, eine Form der Behandlungskosmetik. Die Homöopathie behandelt auch Symptome (worin sie möglicherweise der Schulmedizin unterlegen ist), aber in erster Linie die Ursache für die auftretenden Symptome. Für die Schulmedizin als Geschäftsmodell ist eine kausale Heilung ein geschäftlicher Vorgang, der mit Marktprinzipien nicht zu tun hat. Oder mit anderen Worten: Wer heilt, der ist ein schlechter Geschäftsmann.

Ich gehe einmal davon aus, dass hoch potente und evidenzbasierte medikamentöse Therapien hier im Visier der Homöopathiegegner standen, wie zum Beispiel ValproinsäureAvandiaVioxxLipobayKoate und einige mehr. Diese Medizinskandale haben in der Vergangenheit zeigen können, wie wirksam diese nicht homöopathischen Substanzen für die Patienten sind. Sie sind so wirksam, dass Avandia und Vioxx alleine in zehn Jahren Marktpräsenz rund 150-160 tausend Patienten evidenzbasiert in den Tod befördert haben. Unter diesen Voraussetzungen ist es natürlich besonders wichtig, gerade die Homöopathie auf ihre Sicherheit zu untersuchen und nicht die Schulmedizin.

Der im Mai stattgefundene Ärztetag war für die Homöopathiegegner endlich wieder einmal eine Gelegenheit, die Frage nach der Berechtigung der Homöopathie neu zu formulieren. Laut Angaben der „Ärztezeitung“ (aerztezeitung.de/politik_gesellschaft/berufspolitik/article/958765/weiterbildung-zank-zusatzbezeichnung-homoeopathie.html) ließ sich der „Münsteraner Kreis“ etwas besonders Originelles einfallen: Die Abschaffung der Zusatzbezeichnung Homöopathie!

VERBOT ODER KEIN VERBOT?

Die Ausgabe der „Deutschen Apotheker-Zeitung“ vom 11. Mai gab die wichtigsten Beschlüsse des Ärztetages für Apotheker bekannt (deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2018/05/11/das-sind-die-wichtigsten-beschluesse-des-aerztetages-fuer-apotheker/chapter:2). Und hier war zu lesen, dass der Antrag auf ein Verbot abgelehnt worden ist, also die Zusatzbezeichnung Homöopathie bestehen bleibt.

Man darf gespannt sein, wann und wo die Homöopathiegegner erneut zum alles vernichtenden Gegenschlag ausholen. Und man darf auf die Argumente gespannt sein, die dann gegen die Homöopathie vorgetragen werden. Denn die alten Gebetsmühlen-Klagen sind inzwischen nicht nur sattsam bekannt und langweilig, sondern scheinen auch keinen nachhaltigen Eindruck mit sich zu bringen. Ich bin fast geneigt zu sagen, dass die Sinnhaftigkeit der Gegenargumente gegen die Homöopathie bestenfalls homöopathische Konzentrationen aufweisen kann. Und da wo die Gegenargumente zu wirken scheinen, kann es sich nur um einen Placeboeffekt handeln!


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